Es duftet nach frischem Basilikum, geröstetem Teig und Tomaten – eigentlich. In den Lokalen der De Luca GmbH gehört dieses Aroma zum Alltag. Doch hinter den warmen Öfen und dem lebhaften Stimmengewirr im 7. Bezirk brodelt seit Monaten etwas anderes: finanzielle Unruhe. Nun ist klar, was manche in Wiens Gastro-Szene bereits geahnt haben. Die neapolitanische Pizzakette um Gastronom Davide de Luca hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Vier Lokale betreibt das Unternehmen allein in Neubau, jedes davon mit seiner eigenen Interpretation der neapolitanischen Pizza-Kultur. Das „I Carusi“ in der Kirchengasse und das „I Terroni“ in der Westbahnstraße sind längst Fixpunkte für alle, die das weiche, luftige Cornicione und den typischen Holzofenduft lieben. Und gerade als viele glaubten, das kulinarische Imperium sei endgültig im Bezirk angekommen, wagte De Luca noch einmal den großen Schritt: zwei weitere Neueröffnungen – darunter das neue Streetfood-Lokal „Diegos“.
Ein Expansionsschub, der Mut beweist. Und einer, der nun maßgeblich zur finanziellen Schieflage beigetragen hat. Laut KSV1870 stehen rund 933.000 Euro an Verbindlichkeiten in den Büchern. Während die Gäste die Eröffnungen feierten, wuchsen im Hintergrund die Kosten – von Personal über Waren bis zu Mieten – schneller, als die Einnahmen mithalten konnten. Besonders die jüngsten Standorte hatten hohe Anlaufkosten, die sich noch nicht rechneten.
Für die 26 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gibt es immerhin eine vorsichtige Erleichterung: Das Unternehmen soll weitergeführt werden. Der Plan sieht vor, die Lokale zu entschulden und tragfähig neu aufzustellen. Gläubigern bietet die De Luca GmbH eine Sanierungsquote von 20 Prozent, zahlbar innerhalb von zwei Jahren. Ob dieser Vorschlag trägt, wird in den kommenden Wochen entschieden.
Ob Davide de Luca sein Wiener Pizza-Imperium wieder stabilisieren kann, ist offen. Sicher ist nur: Die Geschichte ist für Wiens Gastro-Landschaft noch nicht zu Ende erzählt.







































