Figoletta: Kann der neue Italo-Figlmüller wirklich Wiens bestes Schnitzel?

Marko Locatin

Figoletta, Rotenturmstraße 11, 1010 Wien

Cotoletta alla Milanese – a new star ist born weist die Speisekarte selbstbewußt aus. Genuss-Autor Locatin hat “Star” & Pizza getestet.

Der Standort

Die Gaststätten der Familie Figlmüller sind für ihre Schnitzel weltbekannt. Auch der New-Würstelstand Brioche & Brösel sowie das als Brasserie angelegte Joma am Hohen Markt (Große Frühstückskarte, Feine Küche, ausgewählte Weine & Cocktails) schreiben die Erfolgsgeschichte weiter. Für das neue, auf zwei Ebenen bespielte Figoletta – eine Liaison aus Figlmüller und Cotoletta – haben sich Figlmüllers einiges überlegt.

Speis & Trank

Wir haben ebenerdig reserviert. Hier ist Schank, Küche und Italo-Musik (von Oper bis Pop) und dementsprechender Betrieb. Hat der flinke, aufmerksame Service aber gut im Griff. Im weitläufigen Gewölbekeller ist an diesem Montag um 19.00 zwar die Atmosphäre ruhiger, die Stimmung jedoch durchaus gelöst. Italienisches Lebensgefühl eben. Auf der Karte: Klassiker wie Vitello Tonnato, Stracciatella di Bufala, klassische sowie kreative Pizzen (Tokyo Tuna), einige Pastagerichte und: Cotoletta alla Milanese. 6 Weine gibt es offen, natürlich auch Spumante und Spritz. Nun aber zum Essen: Das Pizzabrot: knusprig, mit Rosmarin und dezentem Knoblaucheinsatz. Schlicht: großartig (5,90)

Filetti di Acciughe di Lusso. Bild: Marko Locatin

Auch die frittierten Baby-Artischocken, eine stattliche Portion, machen Freude (12,50). Filetti di Acciughe di Lusso, zarte Sardellenfilets, Artischockencreme und Pistazien sind in Ordnung, hatte ich aber schon intensiver im Geschmack (6,50).

Capricciosa. Bild: Marko Locatin

Die Pizza

An der Mischung aus römischem Knusper und neapolitanischer Leichtigkeit wurde lange gefeilt. Als Basis dient ein Teig, der ein mehrstufiges Verfahren durchläuft, um 48 Stunden zu ruhen. Ergebnis: Herrlich leicht und luftig und saftig ist die Pizza. In gleicher Liga auch die Qualität der Zutaten (Schinken vom Thum, kleine grüne Oliven, Käse und Tomatensauce) machen Freude. Im Bild: Capricciosa (18,50).

Cotoletta alla Milanese. Bild: Marko Locatin

Das Schnitzel

Cotoletta alla Milanese, Kalbsrücken am Knochen, goldgelb gebacken nach Wiener Art. Das Fleisch, ist im Unterschied zur geklopften Variante dicker, ist so zart, dass es auf der Zunge zergeht. Paniert nach Wiener Art, wird es statt in der Pfanne in der Fritteuse heuausgebacken (Sonenblumen-Öl). Dem dazu gereichte Erdäpfelsalat (geschmackvolle speckige Erdäpfel!) mit karamellisiertem Chicorée und Treviso hätte ein wenig Säure gut getan (39,90€). Gibts für 10 Euro Aufschlag auch mit Trüffel! (49,90).

Das Fazit

Den Figlmüllers gelingt es mit dem Figolletta sowohl Pizza als auch Schnitzel auf eine höhere Ebene zu hieven. Das Cotoletta alla Milanese gibt es auch in der Variante mit Trüffel (je nach Saison weiß oder schwarz). Das Preisniveau ist der Innenstadt angemessen, man kriegt hier aber auch wirklich etwas für sein Geld.

Tipp: Zur Pizza empfehle ich den offenen Chianti Querceto (6,90) oder einen meiner Lieblingsweine: Barolo von Elio Altare. Um 125 Euro erfreulich kalkuliert. Erhältlich zb bei Wein & Co. Und: gönnen Sie sich das Cotoletta alla Milanese mit Trüffel!


Figoletta
Rotenturmstraße 11
1010 Wien
Täglich: 11.00 – 22.00
VS: 5,90 – 17, 90
HS: 15,90 – 49,90 (Cotoletta mit Trüffel)
www.figoletta.at

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