JägerTEE ist seit 1862 ein fester Bestandteil der Wiener Genusskultur. Heute führt Christoph Masin das Familienunternehmen in vierter Generation – geprägt von echter Verbundenheit zum Produkt, zutiefst respektvollen Beziehungen zu kleinen Teegärten und einer persönlichen Geschichte, die seine Leidenschaft für Tee schon früh geweckt hat.
Ein Gespräch über Herkunft, moderne Teekultur, Innovation und das Versprechen:
„Zeit für Liebe zum Tee.“

Herr Masin, JägerTEE gibt es seit über 160 Jahren. Was bedeutet es für Sie persönlich, diese lange Tradition weiterzuführen?
Es fühlt sich manchmal an, als würde ich ein Stück Wiener Geschichte in den Händen halten. Wir sind ein Teil der Wiener Traditionsbetriebe – ein Teil der Geschichte von Wien. Diese Tradition weiterzuführen, macht mich demütig. Und ja, ein bisschen kribbelt’s jedes Mal, wenn ich daran denke, dass unser Betrieb seit über 160 Jahren Menschen Tee schenkt – und das noch bevor die Wiener Staatsoper gegenüber unseres Geschäfts eröffnet wurde.
Wofür steht JägerTEE heute – und was macht die Marke für Sie unverwechselbar?
Für mich ist es dieses besondere „JägerTEE-Gefühl“: Wir sind alt, aber nicht altmodisch. Wir sind traditionsreich, aber nicht verstaubt. Und wir sind leidenschaftlich – das schmeckt man sofort. Unser gesamtes Team nimmt sich „Zeit für Liebe zum Tee“, einer unserer Leitsätze. Diese Liebe spürt man bei jedem Kontakt mit unseren Shops und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.


Viele wissen nicht, wie Ihre persönliche Beziehung zum Tee begonnen hat. Können Sie diese Geschichte erzählen?
Meine Liebe zum Tee hat in meiner Jugend begonnen. Meine spätere Frau brachte mir damals meinen ersten Tee – diese eine Tasse war für mich eine „Quelle des Glücks“ (Name der Teemischung). Sie hat etwas ausgelöst, das mich bis heute begleitet.
Sehr prägend war auch mein Schwiegervater, Gernot Steinmetz. Er war mein TEE-Mentor. Von ihm habe ich unglaublich viel über Tee gelernt, aber auch über das Leben. Er hat mir vermittelt, dass Tee Ruhe, Respekt, Aufmerksamkeit und Qualität bedeutet – Gedanken, die heute fester Bestandteil meines Alltags und unseres Unternehmens sind.



Sie führen über 250 Sorten. Wie entsteht diese enorme Vielfalt?
Herzblut. Jeder Tee, die es ins Regal schafft, hat vorher unsere komplette Aufmerksamkeit bekommen – vom Tea Tasting über die Prüfung bis zum letzten Schluck in der Verkostung. Jede neue Sorte muss bei uns ein Gefühl auslösen, dann schafft sie es auch in unser Sortiment. Alle unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bei den Verkostungen involviert, damit wir gemeinsam mit unserer langjährigen Erfahrung die besten Sorten aus aller Welt in unsere Teedosen füllen können.
Wie wichtig ist Ihnen der persönliche Bezug zu den Teegärten?
Extrem wichtig! Ich möchte die Menschen kennen, die unsere Tees anbauen. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen: Hinter jedem Blatt steckt eine Hand, eine Familie, ein Ort – keine anonyme Massenproduktion. Das macht etwas aus. Es ist die menschliche Verbindung, die unsere Produkte so lebendig macht.
Wie hat sich die Art verändert, wie Menschen Tee trinken?
Definitiv stark verändert. Tee ist heute moderner denn je. Die Menschen trinken bewusster, neugieriger und mutiger. Darauf reagieren wir mit neuen Sorten, spannenden Mischungen und natürlich unseren Klassikern, die jede Teetrinkerin und jeder Teetrinker kennt. Wir kreieren neue Sorten und Mischungen und sind immer auf der Suche nach Neuheiten oder alten Klassikern, die wir neu aufleben lassen.
Sie haben vor Kurzem einen neuen Standort in Baden eröffnet. Welche Rolle spielt dieser Shop?
Der Standort Baden ist für uns ein großer Meilenstein. Die Nachfrage war von Beginn an enorm. Man spürt dort sehr deutlich, wie sehr Menschen heute wieder das sinnliche Erlebnis suchen: riechen, probieren, beraten werden.
Baden verbindet Tradition, Regionalität und persönlichen Zugang – und zeigt uns, dass weitere Standorte absolut denkbar sind.


Welche Bedeutung hat der Online-Shop für JägerTEE?
Der Online-Shop ist heute ein zentraler Bestandteil unseres Geschäfts. Viele Kundinnen und Kunden möchten unsere Sorten genießen, wohnen aber nicht in der Nähe unserer Standorte. Online und stationär ergänzen sich perfekt – und oft führt der erste digitale Kontakt später zu einem persönlichen Besuch.
Wie wichtig ist für Sie die Zusammenarbeit mit Gastronomie und Hotellerie?
Er ist ein zentraler Teil unserer Identität. Mit der Gastronomie arbeiten wir wie in einer guten Beziehung: Wir sprechen viel miteinander, entwickeln gemeinsam Ideen und liefern höchste Qualität – und das zu leistbaren Preisen. Wir setzen auf direkte Rücksprachen und enge Kommunikation mit unseren Kundinnen und Kunden. So entsteht eine Win-win-Situation: für den Gastronom, den Gast vor Ort und für uns.
Welche Erwartungen haben Partnerbetriebe an JägerTEE?
Qualität, die man nicht erklären muss, weil man sie schmeckt. Flexibilität, die wir immer wieder unter Beweis stellen. Und Konstanz. Für viele Hotels ist Tee ein wichtiges Detail – und wir sorgen dafür, dass dieses Detail immer stimmt.

Welche Entwicklungen und Trends prägen die Branche derzeit?
Viele Themen: Bio, Nachhaltigkeit, regionale Ansätze und plastikfreie Lösungen – all das bewegt die Branche und unsere Umwelt. Unsere Nature T-Bags sind zum Beispiel eine direkte Antwort auf das wachsende Bewusstsein unserer Partner.
Was schätzen Ihre Kundinnen und Kunden an Ihren Shops besonders?
Dass wir ehrlich sind. Unsere Kundinnen und Kunden merken sofort, dass hier nicht einfach eine Sorte Tee verkauft wird, sondern ein Stück Leidenschaft. Und viele lieben die Möglichkeit, sich durch Duft und Geschmack „durchzuprobieren“. Es ist das familiäre Klima in unseren beiden Shops in Wien und Baden, das den Einkauf zum Erlebnis macht.
Sie experimentieren viel – womit beschäftigen Sie sich aktuell?
Wir probieren ständig Neues aus: Tee-Gin, Tee Bier, besondere Punschkreationen.
Ein großes Highlight kommt im Sommer: ein echtes Tee-Eis – natürlich und mit hochwertigen Tee-Extrakten. Aber zuviel kann ich noch nicht verraten, außer dass wir uns alle schon gewaltig darauf freuen! Diese Experimente machen uns große Freude, weil sie zeigen, wie vielseitig Tee ist und wie modern man ihn interpretieren kann.
Tee und Kulinarik – wohin kann die Reise gehen?
Tee kann eine beeindruckende Rolle in der Küche spielen. Ein Beispiel, das viele überrascht: die benutzten Grüntee-Blätter nach dem Teegenuss auf ein frisches Lachsfilet geben und ihn damit grillen. Die Aromen sind intensiv, harmonisch und wirklich ein Gamechanger. Tee eröffnet kulinarisch eine ganz neue Dimension.

Gibt es Möglichkeiten für Gäste, Tee bei Ihnen in den Geschäften intensiver zu erleben?
Ja. Wir bieten Teeseminare und private Tastings an. Menschen erleben Tee dort mit allen Sinnen – sehen, riechen, schmecken, vergleichen. Viele gehen mit einem neuen Verständnis für Qualität nach Hause. Tee wird dadurch erlebbar.
Wie starten Sie persönlich in den Tag – und welcher Gedanke begleitet Sie?
Mein grüner Tee am Morgen ist sozusagen mein Espresso. Ein feiner Japan Sencha Spezial Bio – ein Traum. Dieser Moment gehört mir und setzt den Ton für den Tag. Und genau dieses Gefühl begleitet mich auch in meiner Arbeit:
dass Tee Zeit verlangt – und gleichzeitig Zeit schenkt.
Daraus entsteht für mich der Leitsatz, der alles zusammenfasst, was wir tun und wofür JägerTEE steht:
„Zeit für Liebe zum Tee.“
Fotocredits: (c) JägerTEE







































