Insolvenz Habibi & Hawara: 3 Lokale geschlossen!

Dominik Köhler

Habibi & Hawara im Nordbahnviertel © Habibi & Hawara, Tim Dornaus

Die Habibi & Hawara Gastronomiebetriebe GmbH hat am Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens ohne Eigenverwaltung eingebracht. 67 Mitarbeiter sind davon betroffen.

UPDATE – 26. Jänner 2023
Gute Nachrichten für die rund 60 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Restaurantkette Habibi & Hawara. Unterstützung kommt vom Partner Billa und Billa-Plus. „Die Insolvenz der Habibi & Hawara-Lokale macht uns bei Billa sehr betroffen, weil wir seit Jahren sehr eng und erfolgreich im Rahmen unterschiedlicher Projekte zusammenarbeiten. Wir möchten auf diesem Weg ganz unkompliziert unsere Unterstützung anbieten und nehmen die von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter:innen sehr gerne in unsere Billa und Billa-Plus-Teams in Wien auf – ganz im Habibi & Hawara-Stil wollen wir ihnen neue Perspektiven eröffnen“, sagt Harald Mießner, Billa Vorstand Vertrieb in einer Aussendung.

Martin Rohla, Gründer von Habibi & Hawara dazu: „Ich konnte in den letzten Tagen die Geschäftsführung dabei unterstützen, für die Mitarbeiter:innen eine gute Lösung zu finden. In schwierigen Zeiten zeigen sich die wahren Freund:innen. Wie sehr unsere Partner:innen von Billa dem Habibi & Hawara zur Seite stehen beweist sich durch eine wirklich ganz besondere Aktion: Alle Mitarbeiter:innen der Habibi & Hawaras, die aufgrund der Insolvenzen ihren Job verlieren, bekommen umgehend ein konkretes Jobangebot bei Billa und Billa Plus.“

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Bei der Habibi & Hawara Gastronomie GmbH handelt es sich um einen 2016 gegründeten Gastronomiebetrieb sowie die Muttergesellschaft der „Habibi & Hawara“ Restaurantgruppe, durch welche insgesamt fünf Restaurants in Wien betrieben werden. Die Tochtergesellschaften sind die Habibi & Hawara Siebensterngasse 46 GmbH, die Habibi & Hawara Seestadt GmbH, die Habibi & Hawara Nordbahnviertel GmbH und die Habibi & Hawara Landstraße GmbH. In den von den Antragstellerinnen betriebenen Restaurants werden hauptsächlich Kriegsflüchtlinge beschäftigt, um eine Integrierung in das Leben in Österreich leichter zu ermöglichen. Nun sind 67 Mitarbeiter von dem Sanierungsverfahren betroffen. Nach eigenen Angaben sollen Lohn- und Gehaltsrückstände seit Dezember 2022 bestehen.

Schuld sind Corona, Inflation und fehlende Umsätze

Laut den vorliegenden Insolvenzanträgen wird der Fortbetrieb der Teilbereiche „WebShop“ und „Headquarter“ durch die Muttergesellschaft angestrebt. Die Habibi & Hawara Gastronomie GmbH brachte in ihrem Eigenantrag auf Eröffnung eines Sanierungsverfahrens einen Sanierungsplanvorschlag ein. Die Insolvenzgläubiger erhalten zur vollständigen Befriedigung ihrer Forderungen eine 20 prozentige Quote, zahlbar innerhalb von zwei Jahren ab Annahme des Sanierungsplans. Dabei handelt es sich hinsichtlich der Quotenhöhe um das gesetzlich vorgesehene Mindestangebot. Grund für die aktuelle Lage der Habibi & Hawara Restaurantgruppe sind laut Karl Quendler vom Österreichischen Verband Creditreform die Herausforderungen der Corona Krise, die Inflation, Umsatzrückgänge und die steigenden Kosten für Energie und Lebensmittel. Die Passiva der „Habibi & Hawara“- Restaurantgruppe belaufen sich auf rund EUR 2,27 Millionen Euro.

Betriebe zwischenzeitlich geschlossen

Hinsichtlich der drei Tochtergesellschaften Habibi & Hawara Siebensterngasse 46 GmbH, Habibi & Hawara Seestadt GmbH und Habibi & Hawara Nordbahnviertel GmbH liegen derzeit keine Entschuldungsanträge vor. Die Betriebsstätten wurden zwischenzeitlich bereits geschlossen und sollen liquidiert werden. Das Habibi & Hawara Landstraße sowie das Habibi & Hawara Catering bleiben aber weiterhin erhalten.

Quellen: Creditreform.at & AKV